Kaffee war gestern

Dauerstress in der Examensvorbereitung – Nicht selten gehören leistungssteigernde Mittel heute zur Tagesordnung.

Die Rechtwissenschaften – die nach außen hin oft langweilig und trocken wirken, haben es in Wahrheit faustdick hinter den Ohren. Zweifelsohne gehört das Studium heute zu den härtesten und schwierigsten Studiengängen. Nicht nur weil am Ende des jahrelangen Lernens eine einzige wichtige Prüfung steht, von der alles abhängt – sondern auch weil immer mehr Studenten das Gefühl haben, der immensen Stofffülle und den hohen Leistungsanforderungen nicht gerecht werden zu können.

Wer kennt es nicht – die dringende Abgabe einer Hausarbeit, mehrere anstehende Klausuren in den nächsten Tagen und ein endloser Berg an Unikram – ein fast schon normales Bild im Leben eines angehenden Juristen. Aber es ist nicht nur das. Hinzu kommt die Angst vor dem Versagen, die Panik vor den Prüfungen, die unendlich hohe Erwartungshaltung, der Druck – von außen und nicht zuletzt an sich selbst.

Hirndoping ist hoch im Kurs

Nicht klein ist darum die Zahl derjenigen, die hin und wieder auf leistungssteigernde Mittel aus der Apotheke zurückgreifen. Gerade dann, wenn wichtige Prüfungen anstehen und man keinen Plan hat, wie man den immensen Leistungsanforderungen gerecht werden soll. Von einer kleinen Pille für die Konzentration oder die 24h Nachschicht in der Bib scheinen immer mehr Studenten nicht ganz abgeneigt zu sein.

Zu den am weitesten verbreitetsten Mitten gehören sogenannte Amphetamine wie Modafinil und Mehtylphenidate wie Ritalin. Sie wirken aufmerksamkeits-steigernd, erhöhen die Memory-Funktion und verbessern die Lernfähigkeit. Alles, was man in der Examensvorbereitung dringend und in großer Menge gebrauchen kann. Dabei ist Ritalin eigentlich ein Medikament für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit /Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Es unterliegt der strengen Verschreibungsplicht. Das es trotzdem immer mehr gesunde Menschen für „nicht-medizinische“ Gründe missbrauchen, ist alarmierend.

Die Einnahme von Smart-Drugs ist ein Hamsterrad

Zumindest für den einen Augenblick scheinen sie einem das Gefühl zu verleihen, dem Druck standhalten zu können. Doch was so harmlos erscheint, kann schnell abhängig machen. Am Anfang will man nur das eine mal nachhelfen – dann vielleicht ein zweites Mal… und am Ende gehören aufmerksamkeitssteigernde Medikamente zum Endspurt jeder Klausurenphase. Man putscht sich vor den Prüfungen auf, um auf Höchstleistung zu sein. Mit wenig Schlaf scheint man den Stresspegel im Griff zu haben und kann die Panikattacken vor den Klausuren locker wegstecken.

Bis man irgendwann merkt, dass es nicht mehr „ohne“ geht. Das einem alles über den Kopf zu wachsen droht, sollte man den Konsum von leistungssteigernden Mitteln plötzlich einstellen. Und wie soll es danach überhaupt weiter gehen? Der Arbeitsmarkt später ist schließlich nicht weniger ohne – eine schnelle Auffassungsgabe, Ausdauer und Stressresistenz sind nur wenige von unzähligen Anforderungen an den heutigen Jobmarkt.

Der Preis ist hoch

Ritalin macht zwar effektiver, produktiver, fokussierter, aber schaut man auf das Kleingedruckte im Beipackzettel findet man eine lange Liste von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Magenbeschwerden, Herz-Kreislauf -Beschwerden bis hin zu plötzlichem Herzstillstand. Einige berichten auch von sozialer Entkoppelung – sie haben keine Lust mehr sich mit Freunden zu treffen und befinden sich in einem regelrechten Lerntunnel.

Auf Alternativen setzen

Das Absetzen mag hart sein, da es einen wieder auf den Boden der Realität führt. Doch es bringt auch wieder ein neues Bewusstsein mit sich, dass der Uni-Erfolg nicht zwangsweise das Allerwichtigste im Leben ist – und dass es in keinerlei Verhältnis zu seinem eigenen Sozialleben und einem gesunden Lebensstil steht. Auch andere Dinge können helfen, den Stress im Unialltag zu reduzieren. Ein gut strukturierter Lernstil und eine gute Planung zum Beispiel können helfen sich selbst besser zu organisieren und zufriedener zu sein. Auch Sport kann helfen sich körperlich fit zu fühlen und schafft einen guten Ausgleich zum stundenlangen lernen.

Es ist wichtig sich gar nicht erst einzureden, dass man etwas nicht kann – dies erhöht die Angst vor dem Versagen zusätzlich – und gegen die Angst anzukämpfen wiederum kostet viel Kraft und erhöht den Druck. Es ist besser kurz inne zu halten, sich klar zu machen wo man gerade im Lern- bzw. Zeitplan steht, wieviele Prüfungen man schon gut gemeistert hat und zu verinnerlichen dass das Leben weitergeht, auch wenn man eine Prüfung mal nicht besteht.

Die Einnahme von solchen Mittelchen ist bei aller Lernfülle keine wirkliche Lösung. Sie machen zwar kurzfristig erfolgreich aber langfristig unglücklich.

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