7 unerwartete Ablenkungen in der Bibliothek

Nur noch 7 Tage bis zur Klausur. Damit es mit dem powerlernen an den letzten Tagen noch sicher klappt, lernst du lieber in der Bib. Doch selbst dort, bist du vor Ablenkungen nicht sicher.

Zu Beginn des Semesters warst du dir noch sicher, den Lernstoff auf die Reihe zu kriegen. Selbstgerecht grinsend hast du festgestellt, dass weder dein Privatleben, deine Pokemon Go Sucht oder der Karateunterricht unter dem Studium leiden müssen. Cool.

Und dann ganz plötzlich kommt das Ende des Semesters. Hat wohl doch nicht so gut geklappt. Mist. Nur noch eine Woche bis zur Klausur. Gerade mal 7 Tage an denen du das gesamte Wissen aus dem Semester in den Kopf bekommen musst. Und wo lernt man am effektivsten? Natürlich in der Bibliothek.

Den Fernseher und die Mitbewohner im Nacken gelassen, machst du dich auf den Weg. Nichts kann dich noch aufhalten. Noch denkst du, die schlimmsten Ablenkungen daheim gelassen zu haben.

Du kommst an der Bibliothek an. Einem Ort der Ruhe und der Stille. An dem Wissen-Suchende gemeinsam einen Ort gefunden haben, um sich voll und ganz dem Lernstoff hinzugeben. So in der Theorie. Doch welche unerwarteten Ablenkungen dir in der Bibliothek passieren können, ist hier zu lesen:

1. Mäppcheninventur

Tag 1 deines 7- Tage powerlearning Plans hat begonnen. Bevor es mit dem Lernen losgeht, sollte man aber auch sicher sein, alle Stifte bei sich zu haben. Immer wenn man gerade mit dem Lernen anfangen will, fehlt es einem am benötigten Schreibmaterial. Also erstmal gründlich Mäppcheninventur machen. Klar wäre es wahrscheinlich klüger gewesen daheim nachzugucken, ob man alles dabeihat, aber es ist nun mal so, wie es ist.

Nachdem man festgestellt hat, nur einen Kugelschreiber dabei zu haben und der restliche Inhalt Müll ist, beschließt man erstmal auf dem Laptop zu arbeiten. Mist, das Ladekabel hast du auch noch daheim vergessen. Vielleicht hat der Laptop ja noch Akku. Eine halbe Stunde konzentriert arbeiten klappt bestimmt.

Nach nur 20 Minuten ist der Laptop dann doch ausgegangen und man beschließt nach Hause zu gehen und sein restliches Zeug zu holen. So schlecht vorbereitet kann man eh nicht richtig lernen. Zuhause angekommen, bleibt man natürlich lieber da. Die Mitbewohnerin hat gerade gekocht und nach einem leckeren Mahl lernt es sich dann bestimmt besser.

2. Brandmeldetür

Jetzt sind es nur noch 6 Tage bis zur Klausur. Gestern natürlich nichts mehr gelernt, startest du dafür heute – top vorbereitet- mit einem wirklich guten Gefühl in den Tag. Deine Stifte bereits farblich sortiert neben dich gelegt, bist du bereit dein Hirn mit Wissen zu füllen.

Nach ein bis zwei Stündchen geht ein Alarmton los. Ein lautes DÜÜÜT DÜÜÜT DÜÜÜT. Erschrocken sieht man am Ende der Regale eine Person, die versucht unauffällig wegzuschleichen. In der ganzen Bibliothek fängt großes Tuscheln an. Wer hat schon wieder die Brandmeldetür aufgerissen?

Man sollte meinen, dass Studenten lesen können. Doch das auf einer Tür in der Bibliothek groß und breit „ALARM GESICHERT. Bitte nicht öffnen“ steht hält die Besucher nicht davon ab, durch diese Tür gehen zu wollen. Das piepen des Alarms ertönt weiter. Der Übeltäter hat sich wohl nicht getraut, zu seiner Schandtat zu stehen, damit der Alarm endlich ausgestellt wird.

Irgendwie erinnert dich das Geräusch an die Pausenglocke aus der Schulzeit. Deinen Instinkten aus der Schulzeit folgend, schlägst du deine Bücher zusammen und entschließt jetzt erstmal ausgiebig Pause zu machen. Unter solchen Verhältnissen lässt sich sowieso nicht lernen.

3. Der Kulli Klicker

Jetzt sind es plötzlich nur noch 5 Tage bis zur Klausur. Heute bist du auch gegen nervige Geräusche vorbereitet. Mit viel Kraft und Elan hast du dir Ohropax ins Ohr gestopft, damit dich nicht das kleinste Geräusch von deinem wichtigen Lernstoff abbringt.

Mit Tunnelblick stürzt du dich auf deine Unterlagen und dann passiert es. Ein leises „Klick“. Du denkst soeben noch, es könne nicht wahr sein. Deine Ohropax dichten doch angeblich auch ab bis zu 40 Dezibel ab.  Reicht aber anscheinend nicht, um das leise Geräusch eines Kugelschreibers abzudämpfen.

Vielleicht haben sich die Macher von Ohropax auch einen Spaß erlaubt, als sie ihr Produkt entworfen und sich gefragt haben, welches eine nervige Geräusche zu jedem Zeitpunkt weiter zuhören sein muss. Nach langem Abwägen, müssen sie sich wohl für das Kugelschreiber-Geräusch entschieden haben, da man damit jede Bürokraft in den Wahnsinn treiben kann.

Der Kulli-Klicker selbst, scheint die einzige Person zu sein, die durch das Klick-Geräusch nicht in den Wahnsinn getrieben wird. Mit einer Ruhe und Geduld, um die ihn jeder andere Student in der Bibliothek beneidet, wird in einem rhythmischen Takt auf das hintere Ende des Kugelschreibers gedrückt.

Vielleicht gehört ihr ja zu jenen Glücklichen die immer einen Drehkugelschreiber dabeihaben und diesen dem koketten Kulli-Klicker zur Verfügung stellen können. Wenn nicht, ist mal wieder der Zeitpunkt gekommen deine Sachen zusammenzupacken und es morgen weiter zu versuchen.

4. Der Getränke Schmuggler

4 Tage noch bis zur Klausur. Langsam wird selbst dir bewusst, dass die Zeit knapp wird. Mal wieder all deine Sachen farblich sortiert bereitgelegt, kommt dir jemand in die Quere mit dem du an solch einem Ort nicht gerechnet hättest: Der Getränke Schmuggler.

Er hält sich für das gerissenste Genie am Campus, bringt heimlich seine verbotenen Getränke, wie zum Beispiel einen Energy Drink oder eine Cola mit in die Bibliothek. Doch dann passiert es: In einem unaufmerksamen Moment stößt er sein süßes Getränk über deine Unterlagen. Er macht dabei einen heiden Krach. Durchnässt und klebrig beschließt du deine Sachen erstmal zu trocknen und säubern. Das lässt sich mal wieder am besten zu Hause erledigen.

5. Der Kaugummikauer

3 Tage noch bis zur Klausur. Ab jetzt kann man deinem angespannten powerlearning-Gesicht nicht mehr entkommen. Konzentriert sitzt du in der Bibliothek.

Kaugummikauen beim Lernen verbessert ja angeblich die Konzentrationsfähigkeit. Es ist nicht so als hättest du daran gedacht, Kaugummis mitzunehmen. Man wird nur zwangsläufig daran erinnert, weil man in der Bibliothek so viele schmatzende Münder sieht.

Einige schaffen es mit geschlossenen Mündern zu kauen, bei den restlichen kann man sogar die Kaugummimarke im Mund erraten.

Das Kaugummikauen aber die Konzentrationsfähigkeit all Jener schwächt, die solch einem mit offenem Mund Kauer gegenübersitzen, wurde noch nicht erforscht. Auch ohne wissenschaftlich fundierte Kenntnisse, kann festgestellt werden, dass ein weit geöffneter Mund beim Kaugummikauen wie ein Autounfall ist. Man kann einfach nicht mehr wegsehen. Um diesen Anblick entkommen zu können, bleibt dir nur noch eine Möglichkeit, deine Sachen zu packen und ab nach Hause.

Du hättest dir natürlich auch einfach einen anderen Platz suchen können, aber wer tut sich den Stress schon während der Klausurenphase an.

6. Der dauerhaft Erschöpfte

Langsam wird’s eng. Nur noch 2 Tage bis zur Klausur. Dein Kommilitone hat versprochen dir zu helfen. Endlich Unterstützung auf dem schwierigen Weg. Gemeinsam wird man es schon schaffen.

Du meinst es betrifft dich nicht, wenn dein Kumpel beim Lernen alle 30 Minuten meint eine Pause einlegen zu müssen? Tut es halt doch, sobald dich dein Kumpel fragt ob du mitkommen magst. Alleine lernt es sich ja eh nicht so effektiv, wie du die letzten Tage bemerkt hast.

Also macht ihr euch auf zur ersten Kaffeepause. Erst danach ist man richtig wach und kann ordentlich lernen. Leider meint dein Freund, dass 30 Minuten lernen im Verhältnis zu einer Stunde Pause stehen müsste. Nach dem ganzen Kaffee bist du auch erstmal zu aufgedreht und kannst sowieso nicht mehr ruhig auf deinem Platz sitzen bleiben. Was solls, morgen ist auch noch ein Tag…

7. In fachfremden Bibliotheken: Literatur anderer Fachbereiche

Der letzte Tag, an dem du lernen kannst. Morgen ist bereits Tag X. Damit du heute nicht von irgendwelchen Kommilitonen abgelenkt wirst, hast du dich für eine fachfremde Bibliothek entschieden.

Als Frau hast du dir eine Bibliothek ausgesucht, in der klassischerweise der Frauenanteil wegen des Studienfaches sehr hoch ist. Erziehungswissenschaften kämen da in Frage. So wirst du an deinem letzten Lerntag wenigstens nicht von süßen Männern abgelenkt.

Mit viel Kraft versuchst du deinen Kopf auf deinen Materialien zu halten, doch dann passiert es. Dein Blick schweift ab, erst geht er raus aus dem Fenster und dann über die nahegelegenen Bücherregale. Ein Buch sieht besonders interessant aus. Du nimmst es aus dem Regal. Ein Buch über frühkindliche Erziehung.

Du hast zwar keine Kinder, auch ansonsten interessierst du dich nicht für Pädagogik, doch genau an diesem einen Tag scheint dieses eine Buch über frühkindliche Erziehung dich mehr anzusprechen, als jedes andere Buch jemals zuvor. Deine bisherigen Kommilitonen als größter Feind, ist es nun dein übermäßiger Wissensdurst, der dich jetzt vom Lernen abhält.

Zwei Bücher später hast du endlich ein gutes Gefühl, denn du hast endlich was gelesen. War zwar nicht das was du lesen musstest, aber immerhin hast du endlich was gelesen. Mit einigermaßen guten Gefühl, kannst du die Bibliothek verlassen.

Tag X. Heute musst du die Klausur schreiben. Du stehst da, konntest dich kaum vorbereiten und musst trotzdem irgendwie etwas zustande bringen. Jetzt denkst du dir, wärst du mal lieber länger in der Bibliothek geblieben. Aber hey der Kommilitone neben dir sieht schlau aus, er trägt sogar eine Brille…

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