Einen Schritt voraus – was du im Studium schon für den Jobstart tun kannst

Vor allem in den ersten Semestern denken nur die wenigsten Studenten schon in die Zukunft oder über das spätere Berufsleben nach. Vielmehr sind die neu gewonnenen Freiheiten, Studentenpartys und Freunde der eigentliche Fokus uns Studenten, so dass wenig Zeit für die ernsteren Themen bleibt. Wer verschwendet schon einen Gedanken an die Zeit nach dem Examen? Immerhin gilt es bis dahin ja noch ein paar Jahre Studium hinter sich zu bringen, bevor es wirklich zur Sache geht. Dennoch gibt es ein paar sinnvolle Dinge, die bereits während dem Studium einen ganz entscheidenden Einfluss haben können.

Nachfolgend liste ich ein paar Dinge auf, die meiner Erfahrung nach bereits von den ersten Semestern an hilfreich sind und deine späteren Chancen für den Berufseinstieg durchaus verbessern können.

So banal es klingen mag und wahrscheinlich auch überflüssig: aber effektives Lernen und gute Noten bereits im Grundstudium sind ein hervorragender Türöffner. Gerade im Jurastudium sind diese (leider) enorm wichtig! Auch wenn bei den Juristen das Motto „4 gewinnt“ vorherrscht, und insbesondere in den ersten Semestern eher das Bestehen als zweistellige Noten das Ziel sind, sollten die Klausuren nicht vernachlässigt werden. Zwar zählen sie nicht in die spätere Examensnote, aber zum einen macht es die Examensvorbereitung einfacher, wenn man nicht komplett bei null anfangen muss, zum anderen sind deine Note während dem Grund- und Schwerpunktstudium die Eintrittskarte zu diversen Praktika und spielen in dieser Hinsicht schon eine ganz wichtige Rolle

  • Damit kommen wir zwangsläufig auch schon zum zweiten Punkt, nämlich Praktika. Oft lässt sich beobachten, dass viele Studenten einfach nur ihre Pflichtpraktika erledigen wollen um die nötigen Scheine für die Examensanmeldung zusammen zu bekommen. Dabei bieten sie großartige Chancen! Anstatt „nur“ die Gruppenpraktika bei Gerichten und Staatsanwaltschaften abzulegen oder zu den berüchtigten Wald-und-Wiesen-Anwälten zu gehen, kannst du dir spannende und hilfreiche Praktikumsstellen suchen und bereits hilfreiche Kontakte knüpfen. Ich will in keiner Weise die anderen Möglichkeiten schlecht reden, insbesondere für untere Semester können z.B. Gruppenpraktika die erste Möglichkeit sein, in die juristische Welt „reinzuschnuppern“. Dennoch sollte aber in höheren Semestern auch nach anspruchsvolleren Aufgaben gesucht werden. Und hinterlässt du bei einem Praktikum in einer großen Kanzlei oder einem Unternehmen einen guten Eindruck, kann dir das im Referendariat oder danach bestimmt zu Gute kommen.

 

  • Auch immer eine gute Idee sind Karrieremessen. An vielen Unis findet eine solche einmal pro Semester oder zumindest einmal im Jahr statt. Besonders hilfreich sind diese nicht nur, weil du viele Arbeitgeber an einem Ort gesammelt kennen lernen kannst, sondern auch, weil der direkte Kontakt den Einstieg deutlich erleichtern kann im Vergleich zu einer schriftlichen Bewerbung. Bekommt die Kanzlei einen persönlichen Eindruck von dir vor Ort, kannst du durchaus nochmal mehr punkten und bereits zeigen, wer du bist. Das geht doch viel besser als mit einem null-acht-fünfzehn Anschreiben, dass die Personaler bestimmt schon etliche Male gelesen haben.

 

  • Achte am Schwarzen Brett der Fakultät oder der Fachschaft unbedingt auf die Aushänge! Immer wieder kommt es vor, dass Kanzleien Workshops an deiner Uni oder in deiner Stadt anbieten, für die man sich bewerben oder anmelden kann. Bei diesen Workshops kann man zum einem richtig was lernen, sie sind aber auch super geeignet, um wiederum Kontakte zu knüpfen. In der Regel werden die Workshops von Anwälten betreut und hinterher gibt es die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und die Kanzlei besser kennen zu lernen. Auch hier gilt: Der persönliche Kontakt ist Gold wert! Wenn du beim Workshop engagiert mitmachst und dich eventuell freiwillig für die Präsentation der Ergebnisse meldest, bleibst du sicher positiv im Gedächtnis.

 

  • Eine weitere Möglichkeit neben Karrieremessen und dem Schwarzen Brett, um an Praktika und Workshops zu kommen, sind Online-Netzwerke. Hier gibt es für Jura-Studenten einige Angebote, vom Online-Stipendium bis zum „Talentprogramm“ findet man allerlei Möglichkeiten. Oft muss man sich mit einer Notenübersicht und seinem Lebenslauf bewerben. Einmal angenommen, sind diese Online- Netzwerke aber super hilfreich, mit Kanzleien und anderen Arbeitgeber in Kontakt zu kommen. Oft wird man mit aktuellen Stellenangeboten versorgt oder bekommt ganz gezielt Einladungen zu Karriereevents und Workshops. Meistens gibt es auch noch andere tolle Förderleistungen, wie Gesetzestexte, Bücher, und vieles mehr. Es lohnt sich also definitiv, es mit einer Bewerbung zu versuchen!

 

Auch wenn du also noch im Grundstudium steckst und dir um die Zeit nach dem Examen eigentlich noch so gar keine Gedanken machen willst – es lohnt sich! Die Möglichkeiten schon während dem Studium solltest du auf keinen Fall ungenutzt lassen, denn du kannst ungeheuer davon profitieren. Als Student bekommst du so viele Angebote und Unterstützung, die dir helfen, Kontakte zu knüpfen. Also raus aus der Komfort- Zone und rein ins Karriere-Vergnügen!

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