Ein Besuch auf dem Fakultätskarrieretag in Mannheim

Als ich an Gleis 3 des Frankfurter Hauptbahnhofs ankam stand der ICE schon bereit. Ich quetschte mich durch die Massen an Reisenden, die verzweifelt versuchten Ihre Koffer in die ohnehin schon überfüllten Gepäckablagen des Abteils zu zwängen. Das Abteil war gut gefüllt für einen Mittwochmorgen, dachte ich mir. Paris ist nunmal das absolute „Evergreen“ der europäischen Reiseziele, denn hier fuhr der ICE9556 hin. Allen Klischees gerecht werdend, saßen Touristen aus den Vereinigten Staaten in der Reihe gegenüber. Nach fünfminütiger Konfusion über den Standort der Toiletten im Wagon, klinkte ich mich in die hitzige Diskussion ein und wies den Reisenden den Weg zur Toilette. Ich selbst hatte diese nur zufällig beim Einsteigen wahrgenommen, offensichtlich war es aber eine heißbegehrte Information, die nur mir vorbehalten schien. Ein prägnanter Pfiff des Schaffners verwies alle Reisenden auf Ihre Plätze und der Zug fuhr gemächlich los. Es war Mittwoch der 26. September 2018, so langsam packte mich das Reisefieber und Urlaubsstimmung kam in mir hoch. Auch wenn Paris zugegebenen Maßen ein verlockendes Ziel gewesen wäre und ich mich durchaus gerne noch weiter mit den Reisenden aus den Staaten über Trumps Politik unterhalten hätte, meine Mission heute war eine andere. Denn für mich war der nächste Halt schon das Ziel.

Rund 50 Minuten später rollte der Zug in den Hauptbahnhof Mannheim ein. Meine Mitreisenden, die die meiste Zeit verschlafen hatten, schauten nicht schlecht als ich in Mannheim ausstieg. Wahrscheinlich nahmen sie an, ich würde ebenfalls nach Paris reisen. Als ich mich verabschiedete klärte ich sie über mein Ziel, namentlich das Mannheimer Schloss, auf. Über dieses Reiseziel hatten diese sich im Zug noch unterhalten. Neidische Blicke begleiteten mich aus dem Zug. Zwar war das Schloss auch mein Ziel, allerdings nicht zur Besichtigung. Denn am besagten Tag fand hier der 6. Fakultätskarrieretag der Universität Mannheim statt.

Pünktlich zur Eröffnung der Job-Messe für junge Juristen und Studierende juristischer Fachrichtungen der Universität Mannheim, stand ich in der Eingangshalle des Barockschlosses. Hinter einer Traube von juristischen Studierenden aller Richtungen sowie Altersgruppen hielt Prof. Dr. Andreas Engert einen warmen Willkommensgruß. Zugegebenermaßen konnte ich mich an den exakten Wortlaut des Professors nicht mehr erinnern, eine Fähigkeit, die ich schon während meines eigenen Studiums perfektionierte und offensichtlich auch heute noch beherrsche. Mein Fokus lag aber ohnehin auf den Besuchern der Veranstaltung. Wer genau besucht die Veranstaltung? Was treibt die Studierenden hier her? Mit welchem Gefühl oder Ergebnis verlassen diese die Veranstaltung wieder? All diese Fragen durchzogen meinen Kopf während der kurzen Ansprache. Im Anschluss wurde der Fakultätskarrieretag eröffnet und die Studierenden strömten zu den Terminen mit ihrem persönlichen Wunscharbeitgeber.

     

Zunächst lief ich durch den Ausstellerraum und verschaffte mir einen Blick über die Lage: Kurz nach Eröffnung waren die meisten Stände schon belegt. In zahlreichen Kleingruppen gingen die Interessenten auf die Fachanwälte und Personaler zu. Vereinzelt gab es auch Studenten, die ins „One-on-One“ mit den Kanzleien traten. Wie ich später in zahlreichen Gesprächen mit den Studierenden herausfand, nutzen diese die Möglichkeit im Vorhinein schon Gesprächstermine zu vereinbaren, entsprechend konnten Sie auch ohne Wartezeiten mit Ihrem Wunscharbeitgeber sprechen. Genug Ansprechpartner gab es in jedem Fall, die meisten Kanzleien und öffentlichen Arbeitgeber sind nicht zum ersten Mal hier in Mannheim und wissen um die hohe Beliebtheit der Veranstaltung. In der Regel traten die Kanzleien mit einem ausgewogenen Mix aus fachlicher Expertise (Anwälten) sowie Personalern an. So klischeehaft dies auch klingen mag, es war auffällig wie viel gelacht wurde im Rahmen der Gespräche. Man konnte spüren, dass sich hier Gleichgesinnte treffen, die genau das zum Beruf gemacht haben bzw. machen wollen was sie mögen.

Doch was treibt die Studierenden hier her? Diese Frage wurde mir im Laufe des Tages mannigfaltig beantwortet. Konsens herrschte allerdings in Sachen Aufwand und „Bequemlichkeit“. Denn nirgendwo sonst könne man ohne Aufwand alle Arbeitgeber an einem Ort treffen, nicht irgendein Ort, sondern direkt an der Universität selbst. Dies trifft die Philosophie der MYJOBFAIR GmbH, Veranstalter der deutschlandweit stattfindenden Karrieremessen für Juristen und Wirtschaftswissenschaftler. „Die Karriere kommt zu Ihnen“ – ist offensichtlich nicht nur ein Werbeslogan, sondern hochgeschätzt bei den Studierenden und Arbeitgebern. Doch Jurastudentinnen und -studenten die bislang als Fleißigste unter den Studierenden gelten, lassen sich sicherlich nicht allein durch Bequemlichkeit motivieren. Gerade für die Erstis und jüngeren Semester stand der erste Kontakt mit der Praxis im Vordergrund, wie mir mehrfach mitgeteilt wurde. Denn die universitäre Theorie unterscheidet sich maßgeblich von der praktischen Arbeitswelt, einen Unterschied, den man nicht früh genug kennenlernen sollte. Was will der Arbeitsmarkt? Welche Spezialisierungen sind sinnvoll?

 

    

Ein erster Überblick über den Arbeitsmarkt mit seinen spezifischen und sich ständig ändernden Anforderungen und Möglichkeiten war ein hauptsächlicher Beweggrund für den Besuch des Fakultätskarrieretages. Doch gerade für höhere Ausbildungsgrade hält die Veranstaltung beste Möglichkeiten für den Berufseinstieg. Ob Zwischenprüfung, Referendariat oder Volljuristen, alle waren vertreten um den Berufseinstieg zu erleichtern und teilweise sogar konkrete Stellenangebote zu erhalten. Das Interesse der Arbeitgeber ist an den oben genannten höheren Ausbildungsgraden entsprechend groß und die Chancen auf eine erfolgreiche Vermittlung oder zumindest die Sicherung eines ersten Bewerbungsgespräches stehen bei Wohl keiner anderen „klassischen“ Bewerbungsform so gut wie auf den Fakultätskarrieretagen.

In den zahlreichen Einzelgesprächen, die ich mit den Besuchern der Messe führen konnte wurden die verschiedenen Beweggründe deutlich, die entsprechend zur Ausbildung und Berufserfahrung nicht unterschiedlicher sein könnten. Deutlich wurde allerdings, dass die kostenlose Veranstaltung in der Regel von allen Besuchern mit 9/10 Punkten als sehr gut bewertet wurde. Wir freuen uns schon auf 2019, denn dann gibt es den 9. Fakultätskarrieretag an der Universität Mannheim.

Wir haben Dein Interesse geweckt und Du möchtest selbst einen Fakultätskarrieretag besuchen? Dann melde Dich unter bewerberwelt.de an, lade Deinen Lebenslauf hoch und erhalte Einladungen zu den Standgesprächen auf den Fakultätskarrieretagen in ganz Deutschland 2018/19. Wir freuen uns auf Deinen Besuch!


Verfasst von Andreas Klinkenberg.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.