Alle auf Anfang – gute Vorsätze im neuen Semester

Es ist wieder soweit: Die Hausarbeit ist geschrieben, das Praktikum absolviert oder der Urlaub genossen und es geht (endlich) wieder los: Das neue Semester startet. Und in diesem Semester soll alles besser werden, früher anfangen zu lernen, sich nicht so oft ablenken lassen, alle Veranstaltungen vor- und nachbereiten, lauten einige der guten Vorsätze. Doch schon nach wenigen Wochen ist die Vorfreude meist wieder verflogen und alles geht seinen gewohnten Gang.

Semesterbeginn als Stichtag

Um schlechte Gewohnheiten zu ändern, suchen sich Menschen gerne einen Stichtag. Oft eignet sich beispielsweise der Jahresbeginn sehr dafür. Google Anfragen zu Themen wie „rauchen aufhören“ oder „abnehmen“ steigen um den Jahreswechsel immer exponentiell an. Als Student ist ein solcher Stichtag der Beginn des neuen Semesters. Der Wunsch, das Studium effizienter zu gestalten ist rund um diesem Stichtag darum besonders groß.

Warum funktionieren Vorsätze selten?

Jedoch hält die anfängliche Euphorie oft nur wenige Wochen, denn das menschliche Gehirn arbeitet mit Gewohnheiten. Um einen Vorsatz zu realisieren, muss man ihn also zu einer Gewohnheit machen. Das erfordert viel Disziplin, Erfolg haben deshalb nur solche Vorsätze, die einem besonders wichtig sind. Oft fühlt man sich jedoch verpflichtet, etwas am Lernverhalten zu ändern oder einen gesünderen Lebensstil zu pflegen, gerade im Zusammenhang mit Stichtagen wie dem Semesterbeginn oder Neujahr. Wenn es jedoch anfängt, anstrengend zu werden, weil der Wecker früher klingelt oder man im Supermarkt am Süßigkeitenregal vorbeigeht, relativiert man seine Vorsätze, wenn man sie nicht unbedingt erreichen will. Viele Vorsätze sind außerdem unrealistisch. Wer immer erst eine Woche vor der Klausur so richtig mit dem Lernen anfängt, wird es vermutlich nicht auf Anhieb schaffen, auf einmal das ganze Semester durch diszipliniert zu lernen.

So gelingt die Umsetzung

Um einen guten Vorsatz auch zu erreichen, sollte man sich wenige und realistische Ziele setzen, deren Erreichung einem besonders wichtig sind. Statt „effizienter Lernen“ könnte man sich beispielsweise vornehmen, jeden Tag in 3-4 Lernzyklen von 30 Minuten zu arbeiten, ohne auf das Handy zu schauen oder sich von anderen ablenken zu lassen.

Von Wissenschaftlern wird außerdem die WOOP-Methode empfohlen, auch mentales Kontrastieren genannt. Dabei soll man sich zuerst ein konkretes Ziel überlegen (wish). Danach stellt man sich die positiven Ereignisse vor, die eintreten, wenn das Ziel erreicht wurde (outcome). In einem dritten Schritt muss man Hindernisse identifizieren, die einem vom Erreichen des Ziels abhalten (obstacle). Zuletzt überlegt man sich, wie man diese Hindernisse umgehen kann (plan). Auf diese Weise soll aus einem Wunschtraum ein konkret erreichbarer Plan zur Umsetzung werden. Studien zufolge haben Studenten, die mit dieser Methode arbeiten, bessere Noten!

Dran bleiben!

Trotz der WOOP-Methode erreicht sich das Ziel natürlich nicht von selbst. Es hilft, sich den Vorsatz aufzuschreiben und zu visualisieren. Auch Flexibilität kann die Zielerreichung erleichtern. Wenn in der Bibliothek etwa während des Lernintervalls zu laut wird- einfach mal den Lernplatz wechseln. Wenn man eigentlich weniger Fleisch essen möchte, es in der Mensa aber kein vegetarisches Gericht gibt, kann man beispielsweise nur die Beilagen essen oder sich selbst etwas mitbringen. Wenn man lange genug sucht, gibt es immer eine Ausrede, aber auch immer eine Lösung.

Ideen gefällig?

Hoffentlich hat dich dieser Beitrag ein bisschen dazu motiviert, einen guten Vorsatz fürs nächste Semester umzusetzen. Hier sind ein paar (realistische) Ziele, die du dir setzen kannst.

  • Lernplan: Um nicht in der Prüfungsphase in Panik auszubrechen empfiehlt es sich, schon unter dem Semester zu Lernen. Du kannst die ersten Wochen dazu nutzen, einen Wochenlernplan zu erstellen. Darin kannst du auflisten, an welchen Tagen du für welche Fächer lernen willst. Auf diese Weise kannst du auch Hohlstunden einplanen und besser nutzen.
  • Neue Erfahrungen: Ein Studium kann anstrengend sein. Darum ist es wichtig, einen Ausgleich zu haben. Du kannst dir vornehmen, dich in einer Hochschulgruppe zu engagieren, eine neue Sprache zu Lernen oder eine Fachfremde Veranstaltung zu besuchen.
  • Zeitkiller: Überlege dir, womit du unnötig Zeit verschwendest und versuchte dieses Verhalten zu verändern.
  • Schlaf: Nur wer ausgeschlafen ist, kann sich konzentrieren und effizient lernen. Eine Schlafdauer von mindestens 7h ist dafür im Schnitt notwendig. Ein möglicher Vorsatz wäre, immer zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett zu gehen, um morgens fit zu sein.
  • Wocheplan: Oft verliert man unglaublich viel Zeit mit einkaufen, aufräumen, kochen und putzen. Wenn du dir am Anfang der Woche einen Plan machst, welche Aufgaben du wann erledigst, kannst du Zeit sparen, die dir am Ende fürs Lernen übrig bleibt
  • Perfektionismus: Du bist ein Mensch und machst Fehler. Versuche zu akzeptieren, dass du nicht alles perfekt machen kannst und setze dir kleine Ziele.

One Reply to “Alle auf Anfang – gute Vorsätze im neuen Semester”

  1. Sehr interessante Ansichten. Die ein oder andere hätte mir vor Beginn meines Praktikums geholfen. Trotzdem kann ich es als Erfolg bezeichnen. Während ich zu Beginn vorhatte BWL zu studieren, hat sich das jetzt, nachdem ich die Möglichkeit hatte Erfahrungen mit assay motion zu sammeln, geändert. Jetzt wird es wohl eher etwas mehr in Richtung Praxis

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