Money, money, money – Wie überlebe ich mit Studentenbudget?

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – ein altes Sprichwort, das wohl oder übel auch ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet. Als Student ist man bekanntlich nicht mit Reichtum gesegnet und die Klischees über Studenten, die insbesondere am Monatsende pleite sind, gibt es mehr als genug. Doch nur weil man wenig Geld zur Verfügung stehen hat, heißt das nicht, dass man sich nur von Nudeln und Pesto ernähren muss oder in seiner Freizeit keinen Spaß haben kann. Der richtige Umgang mit dem eigenen Geld sollte gelernt sein und kann das Leben um einiges einfacher machen.

Der Wahrheit ins Gesicht sehen

Wenn du Angst davor hast, deinen Kontostand zu checken, dann solltest du deinen Kontostand checken. Es hilft ja alles nichts, am Ende muss man sich der Realität stellen.

Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, dass du bereits den Überblick über deine Finanzen verloren hast, solltest du diese genau im Auge behalten. Und das geht am besten, indem du Buch führst. Klingt altmodisch und mühselig. Und das mag es auch sein. Aber nur wenn du deine Einnahmen und Ausgaben genau überblickst, kannst du auch effektiv sparen und optimieren. Mache dir also bewusst, was deine festen Einnahmen sind bzw. welche Summe dir jeden Monat zur Verfügung steht. Ziehe dann schon mal deine festen Ausgaben ab (Handyvertrag, Sport, etc.), um zu wissen, wie viel Budget du in einem Monat überhaupt zur Verfügung stehen hast. Anschließend ist es sinnvoll, deine übrigen Ausgaben genau zu dokumentieren. Das hilft einerseits, deine laufenden Kosten zu überblicken, z.B. für Lebensmittel oder Heimfahrten. Aber das Dokumentieren hat auch einen nützlichen Nebeneffekt: es hilft dir allen voran, unnötige Ausgaben zu entdecken. Vielleicht bemerkst du diese schon gar nicht mehr, da sich Gewohnheiten und Routinen eingeschlichen haben, die sich aber summieren und in deiner Bilanz ein empfindliches Minus hinterlassen. Was genau für Angewohnheiten oder versteckte Ausgaben sich bei dir eingeschlichen haben, kannst du selbst am besten beurteilen. Sich selbst einmal den Spiegel vorzuhalten, kann dabei sehr nützlich sein. Vielleicht ist es der tägliche Kaffee in der Uni oder der Schokoriegel aus dem Automaten in der Mittagspause? Selbst solch kleine Ausgaben summieren sich und können auf den Monat oder gar das Jahr gerechnet einiges ausmachen. Also, allen Mut zusammennehmen und mit ein bisschen Selbstdisziplin der Wahrheit ins Gesicht sehen!

Sharing is caring

Mit Sicherheit haben deine Freunde und Kommilitonen selbst auch nichts dagegen, ein paar Euros zu sparen. Und so manche Freizeitaktivität kann doch ganz schön ins Geld gehen, vor allem wenn man sich regelmäßig dafür trifft. Dabei gibt es oft günstigere Alternativen, die genau so viel Spaß bringen und das Studentenbudget weitaus weniger belasten. Ihr wollt zusammen essen gehen? Anstatt im Restaurant viel Geld liegen zu lassen, veranstaltet einen Kochabend. Anstatt ins Kino zu gehen, kann man gemeinsam einen Film zu Hause schauen. Aber auch in anderer Hinsicht ist das gemeinsame Teilen eine wahre Goldgrube. Vielleicht findest du ja Freunde, die sich einen Netflix oder Spotify Account teilen wollen. Mit einer Mitfahrgelegenheit am Wochenende nach Hause zu fahren ist günstiger, als sich alleine ein Zugticket zu kaufen. In einer Wohngemeinschaft werden sämtliche Kosten wie Strom, Wasser, Internet geteilt. Es lohnt sich also, nicht alles auf eigene Faust anzupacken, sondern sich Mitstreiter zu suchen. Da kann Sparen sogar Spaß machen.

Angebote nutzen

Angebote für Studenten gibt es wie Sand am Meer – und dennoch nutzen die wenigsten sie! Dabei gibt es mehr als genug und es ist auch garantiert etwas für jeden dabei. Priorität Nummer 1: Immer den Studentenausweis dabeihaben! In manch einer Situation stand ich an der Kasse und sah ein Schild mit „10% Studentenrabatt“. Das kann überall vorkommen, z.B. im Schreibwarenladen, beim Friseur oder in der Apotheke. Natürlich hängt das stark von der Stadt und dem jeweiligen Geschäft ab, aber ist der Studentenausweis immer dabei, kann man in solchen Situationen vom Rabatt profitieren. Ganz abgesehen, von ermäßigten Eintritten in Schwimmbäder, Theater, Museen etc. Oft finden sich auch in Online-Shops Angebote oder Rabatte für Studenten. Einfach mal googlen, welche Anbieter solche Ermäßigungen haben!

Auch in deiner Stadt selbst solltest du dich schlau machen, wo du von deinem Studentenstatuts profitieren kannst. Bietet deine Uni einen Unisport an? Gibt es in der Stadtbücherei ermäßigte oder vielleicht sogar kostenlose Ausweise für Studenten? Kann man ermäßigt oder sogar kostenlos ins Stadttheater oder Konzerte? Die Möglichkeiten sind oft vielfältig und meiner Erfahrung nach nutzen sie nur wenige Studenten aktiv und regelmäßig.

Und zum Schluss noch ein paar kleine Spartipps für den Alltag:

… einmal die Woche das Kleingeld aus dem Geldbeutel in ein „Sparschwein“ werfen. Nach ein paar Monaten auf die Bank bringen und sich über ein kleines Plus auf dem Konto freuen.

… sich ein Ziel suchen. Warum willst du sparen? Für ein neues Handy? Den Urlaub nächstes Jahr? Egal was es ist, mit einem Ziel vor Augen klappt das Sparen viel besser.

… Werbehefte! Klingt nach deutscher Spießigkeit, aber es schadet nie zu wissen, wo Nudeln und Pesto gerade am günstigsten im Angebot sind.

… Stempel- oder Treuekarten jeder Art. Mittlerweile finden sie sich überall, egal ob klassisch aus Papier beim Uni Café oder beim Bäcker, oder das moderne Modell der Payback-Karte. Denn wenn man schon regelmäßig dort einkauft, kann sich das dann auch ruhig lohnen.

… beim nächsten Städtetrip kannst du einiges an Geld sparen, indem du ein Airbnb oder Hostel mit Küche buchst. So musst du nicht jede Mahlzeit teuer bezahlen, sondern kannst einfach im Supermarkt einkaufen und daheim essen. Auch gut: Free Walking Tours, die es mittlerweile in fast jeder Stadt gibt und immer sehr gut gestaltet sind.

… Flohmärkte, die machen nicht nur Spaß, sondern entpuppen sich auch immer wieder als richtige Goldgrube für Dinge jeder Art. Ebenfalls lohnenswert: „Verschenks“-Gruppen auf Facebook.

… Probeabos, die gibt es insbesondere auch oft für Studenten. Nur an das rechtzeitige Kündigen denken!

… wenn möglich, Leitungswasser trinken. Das Leitungswasser hat in ganz Deutschland Trinkwasserqualität. Falls zu viel Kalk o.Ä. im Wasser ist, einen Filter anschaffen. Immer noch günstiger, als regelmäßig Wasser im Supermarkt zu kaufen und umweltschonender noch dazu.

… als BAföG – Empfänger keine GEZ bezahlen.

… plane deine Mahlzeiten und Einkäufe. So irrst du nicht planlos durch die Gänge und kaufst keine unnötigen Lebensmittel, die du am Ende wegwirfst.

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