Welkom in België!

Was um alles in der Welt will man denn in Belgien? So in etwa lauteten viele Reaktionen, die ich bekommen habe, als ich mein Auslandssemester in unserem westlichen Nachbarland plante. Und ich muss zugeben, dass auch ich selbst kaum etwas über Belgien wusste, bevor ich mich für meine Zeit dort entschied. Umso glücklicher bin ich im Nachhinein über diese Entscheidung – denn es wäre ein echter Fehler, nie eine Reise ins Land der Pommes, des Biers und der Schokolade zu wagen! Wer sich vor diesem Fehler bewahren will sollte schnell weiterlesen, denn hier folgt mein Resümee darüber was man in Belgien alles einmal gesehen oder getan haben sollte!

Zunächst ein paar allgemeine Dinge, die garantiert jeden Belgien-Trip zu einem Erfolg machen: Wenn man kein Auto hat oder einfach nicht damit verreisen will bietet sich auf jeden Fall Zugfahren an. Das ist nicht nur praktisch, weil man jede Ecke des kleinen Landes in wenigen Stunden erreichen kann, sondern auch sehr erschwinglich – besonders am Wochenende, denn da kosten alle Zugfahrten (immer!) nur halb so viel. Für junge Menschen gibt es außerdem weitere günstige Angebote, wie den Go Pass 10, mit dem zehn beliebige Fahrten innerhalb Belgiens je 5,20 Euro kosten.

Sprachlich hat man es in Belgien eigentlich ziemlich einfach, da Deutsch eine der drei offiziellen Landessprachen ist und die meisten Belgier zumindest ein bisschen Deutsch sprechen. Wenn man im flämischen oder wallonischen Teil des Landes unterwegs ist, kommt man jedoch meiner Erfahrung nach noch besser mit Englisch zurecht. Wer natürlich niederländisch oder französisch (die zwei anderen und weitaus geläufigeren Landessprachen) spricht, ist noch mehr im Vorteil.

An Verpflegung wird es auch nicht mangeln: Mittags oder Abends bieten sich natürlich Pommes an – nicht nur, weil sie typisch belgisch sind, sondern auch, weil man sie wirklich an jeder Ecke findet. Und wenn man schon dabei ist, sollte man unbedingt eine andere Soße probieren als Ketchup oder Mayo, denn die große Soßenauswahl ist mit das Beste an belgischen Pommes! Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es (ebenfalls überall) belgische Waffeln. Diese werden mit verschiedensten Toppings angeboten, schmecken aber auch einfach pur. Abends sollte man dann unbedingt in eine Kneipe einkehren und die verschiedenen Biersorten testen – das geht am besten in einer von den Bars, in denen mehrere tausend Biersorten in ganzen Getränke-Ordnern präsentiert werden. Bier und vor allem Schokolade stellen übrigens auch wunderbare Mitbringsel für zuhause dar.

Die bekannteste Stadt Belgiens ist und bleibt wohl Brüssel. Die Hauptstadt des Landes kann man besonders gut mit einer sogenannten „free walking Tour“ erkunden. Die Tourguides führen einen zu den wichtigsten in der Innenstadt gelegenen Sehenswürdigkeiten, wie dem Marktplatz, dem Manneken Pis und seinem weiblichen Pendant Jeanneke Pis und dem Königspalast. Außerdem zeigen sie einem schöne Foto-Aussichtspunkte und empfehlen die besten Pommesbuden, Restaurants und Bars (wie das „Delirium Café“, einer der oben genannten Kneipen, die sich besonders gut zum Bier-Testen eignen). Am Ende der Tour gibt man den Guides nur ein beliebiges Trinkgeld. Dann sollte man natürlich noch dem Europaviertel einen Besuch abstatten. Dort kann man sich unter anderem im Parlamentarium, dem Besucherzentrum des Europäischen Parlaments, umsehen oder, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt, auch einer Parlamentssitzung beiwohnen. Wenn man dann noch mehr sehen will, lohnt sich auch ein kurzer Abstecher zum etwas außerhalb gelegenen Atomium.

Die nächste Stadt, die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann, ist die, in der ich mein Auslandssemester verbracht habe: Leuven! Eine sehr nah an Brüssel gelegene Universitätsstadt, die ein echter Geheimtipp ist. Das beeindruckende alte Rathaus, der im Jahr 1998 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommene Beginenhof und die vielen kleinen Restaurants und Cafés machen die Stadt perfekt für einen Tagestrip – wenn man zum Beispiel sowieso grade in Brüssel ist ;-).

Unbedingt gesehen haben muss man auch Brügge. Die vielen Kanäle, kopfsteingepflasterten Straßen und mittelalterlichen Gebäude machen Brügge wohl zu einer der romantischsten, märchenhaftesten Städte Europas – sie wird nicht umsonst als das „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Auch hier lässt sich alles bequem zu Fuß mit einer „free walking Tour“ erkunden.

Hat man dann erstmal genug von Kultur, eignet sich Antwerpen wunderbar für eine ausgedehnte Shoppingtour. Aber auch abgesehen davon hat die hübsche Hafenstadt einiges zu bieten. Einen guten Überblick darüber kann man sich verschaffen, indem man die (eintrittsfreie) Panoramaterrasse des „Museum aan de Stroom“ besteigt und die wunderschöne Aussicht von dort genießt.

Will man dem wallonischen Teil Belgiens einen Besuch abzustatten, sollte man sich Namur und Dinant anschauen. Die von steilen Klippen umrahmte Kleinstadt Dinant bietet perfekte Postkartenmotive und in Namur, der Hauptstadt Walloniens, kann man interessante Sehenswürdigkeiten wie eine mittelalterliche Festung, vor der die Bronzestatue einer riesigen Schildkröte thront, erkunden. Die nahe beieinander gelegenen Städte kann man auch gut beide an einem Tag besuchen.

Zwei Städte, in die ich es selbst leider zeitlich nie geschafft, von denen ich aber nur gutes gehört habe und sie deshalb in diesem Beitrag nicht missen will, sind Gent und Ostende. Ostende besucht man am besten im Sommer, denn dann zeigt sich die Hafenstadt in voller Pracht und man kann seine Zeit am Nordseestrand genießen.

Abschließend kann ich nur noch einmal betonen, dass es in Belgien um einiges mehr zusehen gibt, als man vielleicht zunächst denkt. Ich hoffe, ich konnte ein bisschen was von meiner Begeisterung abgeben und in dem ein oder anderen Leser vielleicht Interesse für dieses kleine, aber feine Land wecken!

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