New year, new me?

Über die Sache mit den Neujahrsvorsätzen

Der erste Monat des neuen Jahres ist mittlerweile vergangen und bei vielen schwindet allmählich auch die Motivation, die vorgenommenen Neujahrsvorsätze in die Tat umzusetzen.

Aber woran liegt das eigentlich?

Die meisten Menschen überlegen sich zum Jahreswechsel, was sie im neuen Jahr erreichen möchten.

Nach einem Dezember voller Weihnachtszauber, etlichen Schlemmereien und Genuss, haben viele erstmal genug von alldem. Man fühlt sich träge und vollgefuttert. Ganz oben steht deshalb auf der Liste mit den guten Vorsätzen auch meist „Mehr Sport und eine gesündere Ernährung“. Ebenfalls sehr beliebt sind daneben die Vorsätze „Stress vermeiden oder abbauen“ sowie „Mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen“.

Und so startet man voller Motivation und Disziplin in den Januar. Man lebt bewusster, packt einige Dinge an und nimmt Änderungen im Leben vor. Doch allmählich und ganz schleichend wird man nachlässiger. Trainingseinheiten lässt man ausfallen, Ärger auf der Arbeit nimmt man sich wieder zu sehr zu Herzen, man hetzt von Termin zu Termin und hat schon seit Tagen nicht mehr bei den Eltern oder der besten Freundin angerufen. Der Alltag und die schlechten Angewohnheiten des letzten Jahres holen einen wieder ein. Der innere Schweinehund lacht sich ins Fäustchen.

Die Erfahrung zeigt, dass Neujahrvorsätze regelmäßig schon nach wenigen Wochen wieder vergessen sind. Denn egal, ob man sich etwas zum Jahreswechsel oder zu einem anderen Zeitpunkt vornimmt, Veränderungen wirklich nachhaltig umzusetzen, ist einfach unglaublich schwer.

Sind gute Vorsätze also regelmäßig schon von vornherein zum Scheitern verurteilt?
Nicht unbedingt!

Das wichtigste bei der Sache mit den Vorsätzen ist, dass man diese auch wirklich umsetzen will. Man muss hinter seinem Vorsatz stehen und auch wirklich etwas ändern möchten. Dann zieht man es natürlich viel eher durch.

Ich habe beispielsweise einige Raucher in meinem Familien- und Freundeskreis. Viele von ihnen wollten schon mal mit dem Rauchen aufhören, haben hierfür Dinge wie Nikotinpflaster und Akkupunktur ausprobiert. Geholfen hat es bei fast keinem; kurze Zeit später haben die meisten wieder mit dem Rauchen angefangen. Mein Onkel hat sich tatsächlich schon auf dem Heimweg von der „In-einer-Stunde-zum-Nichtraucher-Hypnose“ wieder die erste Fluppe angezündet. Und warum? Weil er gar nicht unbedingt mit dem Rauchen aufhören wollte.

Denn das einzige, was wirklich hilft, um solche Laster abzulegen, ist der eigene starke Wille, dies zu tun.

Ebenso hat es sich bei mir – und vermutlich ¾ der Leser hier – schon etliche Male mit dem Lernen verhalten. Ich habe mir immer aufs Neue vorgenommen, diesmal wirklich früher anzufangen und nicht alles auf den letzten Drücker zu machen. Ob ich das jemals umgesetzt habe? Naja…
Und warum nicht? Weil der Wille eben nicht groß genug gewesen ist. Bisher hat es ja auch so immer geklappt und unter Druck arbeite ich ja eh am besten 😉 Also schiebe ich das ganze wieder einmal auf.

Der wichtigste Punkt zur Umsetzung seiner Vorsätze, ist also die feste Überzeugung und der wirkliche Wille, nun etwas zu ändern. Ansonsten wird es nichts!

Darüber hinaus sollte man seine Vorsätze genau definieren.
Hat man das Ziel, mehr Sport zu treiben, ist dieser Wunsch zunächst viel zu vage. Denn was bedeutet „mehr Sport“ überhaupt? Welchen Sport will man treiben? Wo nimmt man die Zeit dafür her? Besser ist also, man nimmt sich konkret vor, ab jetzt dienstags und donnerstags jeweils direkt nach der Uni eine Stunde ins Fitnessstudio zu fahren und packt hierfür auch schon bereits in der Früh seine Sportsachen ein.

Vorsätze sollten also so genau wie möglich formuliert und geplant werden, indem man sie realistisch in den eigenen Alltag einplant.
Hierbei hilft es auch, sich die eigenen Vorsätze, die Motivation hinter diesen und deren geplante Umsetzung aufzuschreiben. Allein das Notieren des eigenen Ziels erhöht schon die Wahrscheinlichkeit, dass man kontinuierlich an diesem arbeitet.

Um Durststrecken zu vermeiden, sollte man außerdem kleinere Etappenziele festlegen. Der eigene Vorsatz sollte also in überschaubare Abschnitte zerlegt werden, an deren Ende jeweils eine Belohnung steht. Kleinere Ziele sind leichter zu erreichen und motivieren, weiterzumachen. Der Weg zum Erfolg wird so messbar und man stellt bei jeder Etappe fest, was man schon erreicht hat und dass man seinem Ziel wieder einen Schritt nähergekommen ist.

Das Durchhaltvermögen lässt sich noch weiter steigern, indem man anderen von seinen Vorsätzen erzählt. Damit setzt man sich einerseits selbst unter Druck, an diesen Zielen zu arbeiten. Andererseits können diese Menschen einen anspornen und motivieren. Am besten funktioniert dies natürlich, wenn man jemanden findet, der das gleiche Ziel verfolgt, mit dem man sich dann austauschen und gegenseitig unterstützen kann.

Und dann heißt es eigentlich „nur noch“ anfangen! Wieso damit warten bis zum 01. Januar, nächste Woche oder nächsten Monat? Wenn man wirklich etwas ändern will, ist immer die richtige Zeit, mit dem ersten Schritt zu beginnen. Umso eher man anfängt, seine Vorsätze in die Tat umsetzen, umso schneller ist man auch am Ziel angelangt.
Und auch wenn man auf diesem Weg feststellen muss, dass das Ziel vielleicht doch in viel weiterer Ferne ist als gedacht oder für einen selbst sogar auf diese Weise unerreichbar, sollte man nicht zu hart mit sich ins Gericht gehen. Im gibt es im Leben doch eigentlich immer einen Plan B.

Generell sollten Neujahrsvorsätze bzw. gute Vorsätze allgemein nicht als lästige Pflicht oder Zwang, sondern als Chance angesehen werden. Denn immerhin haben sie das Potenzial, das eigene Leben positiv zu beeinflussen!

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