„Ich schreib dann beim nächsten Termin mit…“

Über die Angst, die das Examen verursacht und wie wir sie in den Griff bekommen.

Der eine hat Höhenangst, der andere bekommt Beklemmungsgefühle, wenn er sich in einem in einem Fahrstuhl befindet. Wir sind täglich von unseren Ängsten umgeben. Auch wenn es am Morgen die Furcht davor ist, dass die Bahn zu spät kommt und man deswegen Ärger auf der Arbeit kriegt.

Auf die einen Ängste hat man Einfluss, auf die anderen eben nicht. Gegen seine Höhenangst kann man angehen, dass die Bahn hingegen pünktlich kommt, kann man nicht beeinflussen.

Doch eine Angst die wir als angehende Juristen gemeinsam haben, ist die Angst vor dem Examen. Die kleinen und großen Scheine alle hinter sich gebracht, steht die größte Hürde noch bevor. Wie eine dunkle Wolke schwebt das Examen über unseren Köpfen.

Wir haben das Abitur geschafft, die bis dahin schwerste Prüfung. Bestimmt hatten wir da auch schon Angst. Aber irgendwie konnten wir sie überwinden und sind so zum Studium zugelassen worden. Dann die erste Klausur in der Uni. Ein vollkommen neues Gefühl. Erinnerst du dich noch daran? Eine Klausur dieser Art, hast du, noch nie vorher gelöst. Und dennoch haben wir es geschafft und uns bis zum Examen vorgekämpft.

Man lernt über die Zeit einige kennen, die schon seit mehreren Jahren fürs Examen lernen und sich einfach nicht trauen diese Prüfung abzulegen.

Das ist der schlimmste Fall. Wenn die eigenen Ängste einen so sehr einschränken, dass man sich nicht mehr traut, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Es passiert das Unvermeidliche und man kommt nicht mehr voran im Leben. Viele verkennen, dass man aus dem Scheitern auch einiges lernen kann. Wirklich gescheitert ist man nämlich erst, wenn man nicht zulässt, an der Erfahrung zu wachsen.

Ist es nicht eben viel mutiger diese Herausforderung anzugehen, anstatt immer auf derselben Stelle zu treten? Selbst wenn man durchfällt, zumindest hat man sich getraut. Das zeigt Mut.

Schon Winston Churchill hat gesagt: „Succes is not final, failure is not fatal: it is the courage to continue that counts.“

Wenn es Churchill mit dieser Einstellung durch den zweiten Weltkrieg geschafft hat, sollten wir es so doch auch, wenigstens durchs Examen schaffen.

Hierfür ist es wichtig, sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen. Gerade nach dem Scheitern muss man weitermachen und nicht von innen erstarren. Doch woher kommt die Angst? Ist meine Angst überhaupt begründet? Oftmals eben nicht. Sobald man sich in seine Ängste immer weiter reinsteigert, werden diese unverhältnismäßig groß. Es entstehen unrealistische Sorgen. Viele bestimmen ihr gesamtes Selbstwertgefühl danach, ob sie diese Prüfung bestehen oder nicht. Doch Ängste entstehen im Kopf und genau dort sollte man sie auch bekämpfen.

Wenn man im Internet danach sucht, wie man Prüfungsängste bewältigen soll, werden einem verschiedene Pillen angeboten. Solange man bei homöopathischen Mitteln bleibt ist dagegen nichts einzuwenden. Wem es hilft, soll auch nicht darauf verzichten. Jedoch gibt es auch effektivere Wege sich mit seiner Angst auseinanderzusetzen. Diese sind vielleicht zeitaufwendiger, jedoch auch die langfristig erfolgreicheren. Wer es einmal geschafft hat seine Ängste bewusst zu überwinden, kann immer wieder auf seine Strategien zurückgreifen.

Sich ausgiebig auf die Prüfung vorbereiten

Bei Prüfungsängsten, vor allem bei den unberechtigten, hilft nur eines: Lernen. Sich so umfassend wie möglich auf die bevorstehende Klausur vorzubereiten.

Beim Examen, kommt einem diese Möglichkeit vielleicht ein Wenig witzlos vor. Es ist nun mal nicht möglich alles zu lernen. Aber es ist möglich, sich so weit vorzubereiten, dass man sich sicher fühlt.

Die Faustregel lautet: 60 bestandene Examensklausuren sollten es schon sein. Klingt jetzt erstmal viel. Aber wenn man sich überlegt, dass man im ersten Jahr der Vorbereitungszeit 52 Wochen hat und jeweils nur eine Klausur schreiben muss, wird das bereits relativiert.

Statt nur rumzuheulen muss man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ein bloßes „Ich fall eh durch“, anstatt die Materie in sich reinzuschaufeln, ist zwar einfacher, hat aber noch nie zum Erfolg geführt.

Rationale Gegenargumente finden

Wie oben bereits beschrieben, steigern sich viele Menschen unverhältnismäßig in ihre Angst hinein. Sie malen sich nur das Schlechte aus, verkennen Erfolge und können sich so im Extremfall sogar in einen depressiven Zustand hineinsteigern. In genau so einem Moment ist es wichtig bereits rationale Gegenargumente zur Hand zu haben, die einen positiv pushen.

Sie sind wahrscheinlich schwer zu entwickeln, in einem Moment, wo es gerade schlecht läuft mit dem Lernen (und alles dunkel aussieht). In gerade solchen Momenten, schafft man es ja auch meistens nicht, sich selbst gut zuzureden. In einem guten Moment hingegen, wo das Lernen klappt, sind passende Argumente leicht zu formulieren.

Mach dir eine Liste, warum du die Prüfung schaffen kannst und hol sie hervor, wenn es dich gerade wieder in ein tiefes Loch zieht.

Atmen/Meditieren

Eine weitere Art den Stress in den Griff zu bekommen, ist es, sich mit Atemtechniken auseinanderzusetzen. In stressigen Situationen einfach mal tief einzuatmen, hat so manch einen wieder runtergebracht. Genau an einem solch einfachen Punkt, knüpft auch die Meditation an.

So kann es schon helfen, sich einfach mal Zeit für sich selbst zu nehmen. Die Augen zu schließen, tief ein und aus zu atmen und sich lediglich die momentane Situation vor Augen zu führen. Einfach bewertungsfrei seinen eigenen Zustand wahrnehmen. Hast du diese Kunst einmal raus, kannst du es auch schaffen dich, in stressigen Situationen wieder in diesen Zustand hineinzuversetzen. Dies ist vor allem auch wichtig, damit das Stresslevel in der Prüfung nicht überhand übernimmt und man am Ende noch einen Blackout bekommt.

 

Noch ein Tipp, unmittelbar vor den Prüfungen. Lasst euch nicht durch die Nervosität der anderen Prüflinge anstecken. Nehmt euch zurück, hört Musik und nicht auf das Geschwätz der anderen.

Bei all dem, darf man eben auch nicht vergessen, dass es einfach normal ist, vor einer Prüfung nervös und aufgeregt zu sein.

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