Murphy’s Law oder: Wenn mal wieder alles schief geht

„Anything that can go wrong will go wrong” – so hat es der amerikanische Ingenieur Edward A. Murphy vor rund 70 Jahren formuliert und bis heute hält sich diese Lebensweisheit hartnäckig, die vielmehr als „Murphy’s Gesetz“ bekannt ist. Sicherlich ist jedem bekannt, wie sich das im echten Leben anfühlt: im Supermarkt wählt man immer die Kasse aus, bei der es am langsamsten voran geht; es fängt genau dann an zu regnen, wenn man das Haus verlassen muss; das Brot fällt immer auf die Marmeladenseite oder der berühmt berüchtigte Vorführ- Effekt stellt einen bloß.

Und leider gibt es auch im Studium immer wieder diese Phasen, in denen gefühlt alles schiefläuft, was nur irgendwie schieflaufen kann. In der Klausur werden genau die Probleme abgefragt, die einem am wenigsten liegen und es schleicht sich genau dann eine fiese Erkältung an, wenn man es sich eigentlich zeitlich so gar nicht leisten kann. Vor allem bei hohem Leistungsdruck kann bei uns schnell der Eindruck entstehen, die Welt hat sich gegen einen selbst verschworen und sowieso ist man zum Scheitern verurteilt. Und genau in solchen Phasen beginnt man, die eigenen Fähigkeiten und persönliche Eignung infrage zu stellen. Und obwohl jeder weiß, dass solche Phasen wohl oder übel zum Studium und zum Leben generell dazu gehören, kann die eigenen Motivation darunter doch sehr leiden. Also was macht man, wenn wieder alles schief geht und wenn nichts so läuft, wie es soll?

Erstmal durchatmen

Bevor man sich selbst komplett verrückt macht und im Kopf schon unaufhaltsam der Film mit dem worst-case- Szenario abläuft – erstmal durchatmen. Nicht verrückt machen. Du bist schon wieder durch eine Klausur durchgefallen? Bevor du dein ganzes Studium hinschmeißen willst, halte einen Moment inne und versuche das Kopfkino anzuhalten. Im ersten Moment scheint alles schlimmer, als es zunächst ist. Versuche dich nicht zu dramatischen und düsteren Gedanken hinreißen zu lassen, sondern versuche einen klaren Kopf zu bewahren, um die Situation dann sortiert und objektiv angehen zu können. Also, einmal tief ein atmen und wieder aus.

Und dann?

Im nächsten Schritt hilft es, so objektiv wie möglich an die Situation heranzugehen. Dazu kann es auch hilfreich sein, sich jemand anderen zur Hilfe zu holen, der einem im schlimmsten Fall wieder auf den Boden zurückholen kann, wenn das Gedankenkarussell wieder mit einem durchgeht. Sehen wir der Wahrheit also ins Gesicht: Du bist durch die Klausur gefallen, hast eine wichtige Frist verpasst, fällst krankheitsbedingt aus. Objektiv kannst du daran erstmal nichts ändern. Und wenn du selbstverschuldet zur aktuellen Situation beigetragen hast, dann muss man sich das wohl oder übel erstmal eingestehen. Es hilft ja schließlich alles nichts, also versuchen wir jetzt das Beste draus zu machen. Das ist wohl der schwierigste Teil einer Niederlage. Was an der aktuellen Situation hast du selbst in der Hand, was kannst du beeinflussen? Und mit welchen Tatsachen musst du dich schlichtweg abfinden und versuchen, trotzdem weiter zu machen? Es bringt nichts, in Selbstmitleid zu versinken und sich von aller Welt im Stich gelassen zu fühlen. Also raus aus der passiven Opferrolle!

Du bist nicht deine Note

Um mit einer Niederlage oder einer schwierigen Situation besser umgehen zu können, sollte man sich eines bewusst machen: Du bist nicht deine Note, deine Leistung im Studium definiert dich nicht. Eine schlechte Phase im Studium bedeutet nicht, dass du alles hinwerfen musst. Zermürbe dich nicht mit Selbstvorwürfen, sondern versuche, dein Selbstwertgefühl zu erhalten. Das geht am besten, wenn du dir eigene Erfolge in Erinnerung rufst oder dich mit den Menschen umgibst, die dir ein gutes Gefühl geben und dich als Person wertschätzen. Versuche, dich auf das zu konzentrieren, was aktuell in deinem Leben gut läuft oder bis vor Kurzem gut gelaufen ist. Du wirst schnell merken, es ist alles nur eine Sache der Perspektive! Und so schaffst du es bestimmt auch, deinen Optimismus schnell wieder zu finden und dich nicht entmutigen zu lassen.

Und die Moral von der Geschicht

Jede schwierige Situation ist dann einfacher zu ertragen, wenn man daraus lernt. Denn so hat alles schlussendlich noch eine positive Seite und seinen Sinn. Wenn du also im Nachhinein ausmachen kannst, was zu welchem Zeitpunkt schiefgelaufen ist und inwieweit du Einfluss darauf hattest, dann kannst du daraus deine Lehre ziehen und es beim nächsten Mal besser machen. Das geht im Allgemeinen, etwa wie du mit gewissen Situationen umgehen oder dich besser darauf vorbereiten kannst, aber auch im Konkreten, also zum Beispiel welche Fehler genau du in einer Klausur gemacht hast. Setzt man sich gezielt mit dem auseinander, was schiefgelaufen ist, so ist der Lerneffekt hinterher umso größer. Und wenn du tatsächlich unverschuldet das Opfer von Murphy’s Gesetz wurdest, so ist es auch eine lehrreiche Erkenntnis, dass man manchmal eben nicht alles im Leben in der Hand hat und beeinflussen kann. Jedenfalls hilft es immer, das Geschehene im Nachhinein nachzuvollziehen. Und wenn es dann das nächste Mal wieder schwierig wird, kann man den negativen Gedanken hoffentlich besser entgegentreten.

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