Eine Möglichkeit des ehrenamtlichen Engagements im Studium – ELSA!

Fachschaft, Law Clinic, AIESEC – Möglichkeiten für ein ehrenamtliches Engagement im Studium gibt es reichlich. Auch ich habe mich zu Beginn meines Studiums für einen studentischen Verein, nämlich ELSA, entschieden. Und ich kann euch sagen: Hiervon habe ich erheblich profitiert!

ELSA? Nichtjuristen verbinden diese Begrifflichkeit wohl öfter mit einer Person oder einem Tier als mit einem gemeinnützigen Verein von Jura-Studenten und jungen Juristen. So erging es mir zumindest in meinem Familien- und Freundeskreis. Nicht nur einmal musste ich erklären, was ich ständig bei ELSA mache und was es damit denn auf sich habe.


Was steht hinter ELSA?

ELSA steht für „European Law Students´ Association“. Mitglieder des internationalen Dachverbands mit Sitz in Brüssel sind insgesamt 44 nationale ELSA Gruppen aus ganz Europa. Mit über 50.000 Mitgliedern ist ELSA an über 260 Universitäten und Hochschulen europaweit vertreten. 

ELSA Deutschland e.V. ist eines dieser 44 Ländern und selbst Dachverband von 43 Fakultätsgruppen. Die Fakultätsgruppen mit ihren insgesamt etwa 11.500 Mitgliedern sind wiederum selbstständig an den Universitäten und Hochschulen organisiert. Jeder der Fakultätsgruppen ist ein eigenständiger Verein mit einem eigenen lokalen Vorstand. Die Vertreter der Lokalgruppen wählen wiederum den Bundesvorstand von ELSA Deutschland e.V. Organ von ELSA Deutschland e.V. ist unter anderem die zweimal jährlich stattfindende Generalversammlung, das höchste Beschlussorgan.

Meine Anfänge bei ELSA

Ich wurde bereits zu Beginn meines ersten Semesters auf ELSA aufmerksam. Im Rahmen der Einführungswoche an meiner Universität stellte sich jede Institution mit einer kurzen Präsentation vor. Hierbei war mir ELSA direkt sympathisch. Die angebotenen Veranstaltungen sowie der internationale Bezug begeisterten mich auf Anhieb. So kam es, dass ich gleich in den folgenden Wochen die Mitgliederversammlung meiner Fakultätsgruppe besuchte, zu der insbesondere die Erstsemester eingeladen wurden. Und ich muss sagen, seit diesem Zeitpunkt hat auch mich der sogenannte „ELSA-Spirit“ gepackt!

Mein „Werdegang“ bei ELSA

Ich war zunächst nur normales Mitglied und brachte mich dann nach und nach in den Marketingbereich unserer Fakultätsgruppe ein. Nach der Rückkehr von meinem Auslandssemester übernahm ich in meinem fünften Semester sodann den Posten des Vorstands für Marketing. Ich kümmerte mich in dieser Funktion insbesondere um die Gestaltung von Veranstaltungsplakaten, die Betreuung der Facebook-Seite und der Planung unserer Teamevents, half aber auch bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen unserer Fakultätsgruppe mit. 

Welche Veranstaltungen bietet ELSA?

Es gibt zwei Arten von Veranstaltungen von ELSA: Einerseits die Veranstaltungen auf Bundesebene und andererseits die Veranstaltungen auf Lokalebene. 

Ersteres meint, dass ELSA Deutschland e.V. über eine Vielzahl von Projekten verfügt, beispielsweise der ELSA Deutschland Moot Court (EDMC) oder die ELSA Negotiation Competition, welche zunächst lokal an den verschiedenen Fakultätsgruppen gestartet und im Anschluss auf Bundesebene fortgeführt werden. Die jeweiligen Teams, die sich auf Lokalebene gegen andere Teams durchsetzen, erhalten die Möglichkeit, im Weiteren gegen Teams anderer Universitäten anzutreten. 

Daneben gibt es aber auch von ELSA Deutschland organisierte Tagungen und Seminare, die vorrangig allen ELSA-Mitgliedern zur Verfügung stehen. Außerdem findet zweimal jährlich die Generalversammlung statt. Daneben gibt es auch jeweils im Frühjahr und im Herbst ein Referententreffen. All diese Veranstaltungen dienen dem Kennenlernen von Studierenden anderer Fakultäten und dem Austausch der Mitglieder untereinander.

Zusätzlich gibt es aber auch Veranstaltungen, die die jeweiligen Fakultätsgruppen eigenständig und allein an ihren Universitäten organisieren und die nicht zwingend auf Wettbewerb gerichtet sind. Hierzu gehören vor allem Fachvorträge, Podiumsdiskussionen, Law Events, Study Visits, Exkursionen aber auch Moot Courts. Ziel ist es hierbei, neben dem Studienalltag zusätzliche Erfahrungen zu sammeln, seinen Horizont zu erweitern und über den „Tellerrand“ hinauszublicken. 

Veranstaltungen meiner Fakultätsgruppe

Wir organisierten lokal beispielsweise in jedem Wintersemester eine Fahrt nach Karlsruhe zum BGH und zum BVerfG. Hierbei besuchten wir eine Verhandlung und sprachen mit den dort tätigen Richtern. Studierende hören in ihren Vorlesungen und Kursen sooft von diesen beiden Gerichten, weshalb es äußerst spannend ist, einmal direkte Einblicke in deren Arbeit zu erhalten. 

Außerdem stand bei uns in jedem Semester auch ein Kanzleibesuch (Law Event) auf dem Programm. Hierdurch bekamen wir die Gelegenheit, verschiedene Kanzleien und deren Tätigkeitsbereiche kennenzulernen. In der Regel stellte uns ein Anwalt/eine Anwältin uns zunächst die Kanzlei durch einen allgemeinen Vortrag vor. Im Anschluss bot sich uns dann die Möglichkeit, mit weiteren Anwälten ins Gespräch kommen und wertvolle Einblicke in den deren Arbeitsalltag erhalten. Gerade Studierende, die eine Tätigkeit als Anwalt/Anwältin anstreben, konnten hiervon erheblich profitieren. Oftmals ergab sich dadurch auch ein Praktikumsplatz. 

Großen Anklang fand in jedem Semester auch stets der stattfindende Study Visit. Hierunter versteht man den Besuch einer anderen Fakultätsgruppe im Ausland, wodurch insbesondere der internationale Austausch gefördert werden soll. Man reist für drei bis fünf Tage in eine Stadt und man lernt durch verschiedene Programmpunkte neben den Jura-Studierenden auch deren Stadt und Rechtssystem kennen. 

Außerdem stellten wir zu meiner Amtszeit auch einen Märchen Moot Court im Strafrecht auf die Beine, den wir in jedem Sommersemester etablieren konnten. Hierbei wird immer ein Märchen strafrechtlich aufbereitet, beispielsweise Rotkäppchen oder Schneewittchen. Zudem organisierten wir oftmals in Kooperation mit der Fachschaft verschiedene Podiumsdiskussionen zu politischen, sozialen sowie rechtlichen Themen. 

Programm für Auslandspraktika

Ein weiteres tolles Angebot von ELSA Deutschland ist das STEP-Programm (Student Trainee Exchange Programm). Hierdurch hat man die Möglichkeit, einen Praktikumsplatz im Ausland zu ergattern. ELSA Deutschland hat verschiedene Kooperationspartner und es werden immer jeweils im Mai und November eines jeden Jahres Praktikumsstellen veröffentlicht, auf die man sich bewerben kann. Ein weiterer Bonuspunkt des Programms ist die Unterstützung der dortigen Fakultätsgruppe bei der Wohnungssuche sowie der sozialen Einbindung in dem fremden Land.  

Welche zusätzlichen Vorteile bietet ELSA?

Neben diesen fachlichen Bereicherungen profitiert man als Mitglied bei ELSA natürlich auch von dem Austausch mit den anderen Mitgliedern der jeweiligen Fakultätsgruppe. Gerade am Anfang im Studium war es für mich sehr nützlich, neue und insbesondere auch Kontakte zu älteren Semestern zu knüpfen und sich Ratschläge und Tipps bezüglich der Studiengestaltung (Kurse etc.) zu holen. Dies gelingt insbesondere auf den Mitgliederversammlungen als auch den stattfindenden Stammtischen. Daneben traf man sich aber natürlich auch in der Cafeteria oder in der Mensa. 

Fachschaft, Law Clinic und AIESEC

Neben ELSA gibt es wie eingangs erwähnt auch noch andere studentische Organisationen, in der ehrenamtliches Engagement möglich ist. 

Auch die Fachschaft organisierte zahlreiche Veranstaltungen an meiner Fakultät, beispielsweise das Ersti-Wochenende, den Bücherflohmarkt, die Jura-Fete oder Fahrten zur JuraCon nach München oder Frankfurt. Auch sie bietet insbesondere Studienanfängern die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und sich anfangs im Studium zurecht zu finden.

Daneben gibt es an meiner ehemaligen Fakultät auch eine Refugee Law Clinic. Hier kann man sich in die Rechtsberatung von Asylbewerbern/-innen einbringen und somit bereits erste spannende praktische Erfahrungen sammeln. Die Refugee Law Clinic bietet zudem auch regelmäßig Workshops und Fachvorträge an, welche die Tätigkeit der Studierenden unterstützen und fördern. 

Zuletzt gibt es an nahezu jeder Fakultät auch eine Lokalgruppe von AIESEC. Das ist die größte internationale Studentenorganisation weltweit. Ihr gehören Studierende aller Fachrichtungen an. Die Organisation vermittelt insbesondere Praktika und Freiwilligenprojekte für junge Menschen im Ausland. Plant man während seines Studiums einen Auslandsaufenthalt gleichgültig welcher Art, ist man hier sehr gut aufgehoben. Daneben kann man sich aber auch in anderer Art und Weise in seiner Lokalgruppe einbringen.  

Fazit: Engagiere dich neben deinem Studium!

Insgesamt kann ich sagen, dass ich von meiner Mitgliedschaft bei ELSA in fachlicher sowie sozialer Hinsicht erheblich profitiert habe. Gerade für jemanden, der neben dem Studienalltag spannende und interessante Erfahrungen sammeln möchte, bieten studentische Vereine und Organisationen eine tolle Gelegenheit. Und wer zusätzlich Spaß am Organisieren von Veranstaltungen hat, innovativ und kreativ ist, kann sich obendrein in einem Vorstandsamt verwirklichen! 

Falls du interessiert bist, schau also gerne mal bei dem jeweiligen Verein oder der jeweiligen Fakultätsgruppe an deiner Universität vorbei und überzeuge dich selbst!

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