Bib Etikette – Regeln für den Umgang miteinander in der Bibliothek

Du hast dich auch schon mal gefragt, warum überall „Bitte leise sprechen“ Schilder in der Bib rumhängen oder warum so viele komische durchsichtige Taschen dabeihaben? Dann solltest du diesen Artikel am besten bis zum Ende lesen.

Etikette umschreibt die Gesamtheit der herkömmlichen Regeln, die gesellschaftliche Umgangsformen vorschreiben. Die Definition setzt also voraus, dass zum Einhalten von Etikette überhaupt erstmal einmal Kenntnis über gesellschaftliche Umgangsformen vorhanden sein muss. Aber was für manch einen als störend empfunden wird, kann den anderen überhaupt nicht interessieren. Deshalb, in dubio pro reo, müssen wir davon ausgehen, dass wir uns grundsätzlich nicht vorsätzlich auf die Nerven gehen.

Eventuell erkennt man sich also in manchem Verhalten wieder, ohne es jemals rücksichtslos gemeint zu haben. Dann ließe sich das nervende Verhalten aber vermeiden, und man hätte der Allgemeinheit durch eine Kleinigkeit einen großen Gefallen getan.

Mit diesen 5 einfachen Regeln kann jeder von uns eine lernintensive Zeit in der Bib haben.

1. „Bitte leise sprechen!“

Schilder haben ja meistens einen Sinn. Du selbst kannst davon profitieren, indem du selbst nur flüsterst oder am besten ganz still auf deine Materialien schaust. Jeder kennt diesen Moment, in dem man sich wirklich konzentrieren muss. Das Studium selbst als Herkulesaufgabe, verlangt manches von uns ab, was wir nicht beim ersten Mal lesen verstehen. Selbst das permanente Geflüster am Nachbartisch kann uns davon abhalten. Die Universität stellt Gruppenarbeitsräume schließlich auch mit gutem Grund zur Verfügung. Solltest du zu viele Fragen an deine mitlernenden Kommilitonen haben, nutzt die angebotenen Räume oder besprecht das Problem schnell bei einem Kaffee.

2. „Lass dein Handtuch zuhause.“

Ich weiß, dass Reservieren von Plätzen mit Handtüchern ist altbewährte Tradition für uns Deutsche. Doch nicht nur am Pool sorgt das Reservieren von Plätzen für Streit, sondern auch in der Bibliothek. Natürlich bringt keiner wirklich sein Handtuch mit in die Bibliothek. Stattdessen verteilt man all seine Materialien über mehrere Sitzplätze und hofft die anderen hiermit abschrecken zu können. Manche machen sich dabei so wenig Arbeit, dass sie die Plätze lediglich mit einzelnen Blättern reservieren. 

Damit dieses Platzhirschgehabe nicht ausartet, haben einige Bibliotheken die sogenannten Pausenscheiben eingeführt. Eine nette Idee zunächst Mal. Sobald man zum Beispiel zum Essen in die Mensa geht, legt man eine solche auf seinen Platz. Denkt man sich nach dem Mittagessen jedoch, dass man sich ja noch ein Eis in der Stadt holen könnte, bleibt der Platz über mehrere Stunden nicht verfügbar. Wenn eine Stunde auf der Pausenscheibe vergangen ist, kann sich theoretisch der Nächste auf den Platz setzen. So ist ein Reservieren nicht mehr möglich, also nutzt die Pausenscheiben.

3. „Snack deine Snacks lieber woanders.“

Ein kurzer Snack mal eben beim Lernen. Da hat man gerade seine Packung Studentenfutter mit in die Bib geschmuggelt, schon scheinen sich die ersten durch die leisen Knabbergeräusche gestört zu fühlen. Leise sind diese Geräusche nämlich nur beim Erzeuger. Alle anderen meinen den Nussknacker persönlich vor sich sitzen zu haben. Deinen Kommilitonen kann das ganze nicht beim lernen helfen. Also sei einfach mal korrekt und ess deine Snacks außerhalb der Bib.

4. „Vergewaltige niemals deine Tastatur.“

Eigentlich könnte man diese Gruppierung auch unter den ersten Punkt stellen. Aber diese Gruppe von Leuten ist so nervtötend, dass sie letztlich doch einen eigenen Unterpunkt verdient haben. Es ist sehr gut möglich, dass all jene gerade erst aus einer tagelangen Schreibblockade erwacht sind und ihre neugefundene Eingebung nun schnellstmöglich in den Laptop einhämmern möchten. Das allen anderen jetzt aber nichts mehr für ihre eigene Hausarbeit einfällt, fällt dir dabei natürlich nicht auf.

5. „Guck Netflix Zuhause, so wie es alle tun.“

Wenn es im Sommer heiß ist, nutzen viele die klimatisierte Bibliothek zum chillen. Einfach in Ruhe Netflix gucken, ohne dabei in seinem eigenen Schweiß zu ersticken. Blöd nur, wenn gerade Klausurenphase ist. Die Studenten kämpfen um jeden Platz. Aber du bist so stark vertieft in deine Lieblingsserie, dass dir die bösen Blicke von den Kommilitonen die auf dem Boden sitzen müssen gar nicht auffallen.

Auch all jene, die bei ihrer Lieblingsnetflixserie erst bei Staffel 4 angekommen sind, wollen nicht auf deinem Laptop sehen, was in Staffel 6 so passiert. So wirst du ganz schnell zum Spoiler der Bib und keiner will mehr neben dir sitzen.

Wenn du in Zukunft diese 5 einfachen Regeln beachtest, schaffst es nicht nur du etwas zu lernen, sondern alle anderen auch.

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