Selbstdisziplin im Studium – der Schlüssel zum Erfolg

Das Jurastudium dauert lange und ist lernintensiv. Dazu kommt, dass es kaum Anwesenheitspflicht gibt und man in der Gestaltung des Studiums schon relativ frei ist. So bleibt es einem zu gewissen Teilen selbst überlassen, wann man Praktika und Hausarbeiten erledigt. Je nach Universität kann man zum Teil auch selbst entscheiden, welche Klausuren man wann schreibt. Aufgrund dieser Freiheiten ist es besonders wichtig, manchen Verlockungen des Lebens außerhalb von Jura widerstehen zu können. So findet man im Sommer oft die Ausrede, dass es zu schönes Wetter zum Lernen sei, im Winter ist der Besuch des Weihnachtsmarktes wichtiger und der Dauerregen bringt einen auch nicht in die richtige Stimmung. Um dies zu vermeiden, ist Selbstdisziplin von großer Bedeutung. Neben Motivation und Fokus gilt dies als unerlässliche Voraussetzung eines erfolgreichen Studiums. Während Motivation einem dabei hilft, sich zum Lernen oder sonstigen Aufgaben aufzuraffen, ist Selbstdisziplin der Grund, weshalb man immer wieder weiter macht. Selbstdisziplin ist also der Antrieb zum Lernen und hilft essenziell beim Kampf gegen den „inneren Schweinehund“.

Die Selbstdisziplin kann durch angewohnte Verhaltensweisen trainiert werden, was sich als ein längerer und schwerer Prozess darstellen kann, wenn einem schon eine gewisse Grunddisziplin fehlt. Oft müssen auch entsprechende Verhaltensweisen erst aufgebaut werden und bis ein Verhalten zur Gewohnheit wird, dauert es schon ein paar Wochen. Durch die Selbstdisziplin wird das entsprechende Verhalten dann gar nicht mehr als nervig, schwer oder sonst wie negativ aufgefasst, sondern man macht es ganz automatisch, ohne viel darüber nachzudenken. Das ist auch weniger anstrengend für unser Gehirn, da es für Gewohnheiten weniger Energie braucht als um Entscheidungen zu treffen, wie z.B. ob man heute lernen möchte oder nicht.  

Die folgenden sieben Punkte gelten als Schritte, die man zum Aufbau der Selbstdisziplin in Angriff nehmen sollte:

  • Schwächen aufdecken

Zunächst einmal sollte man sich bewusst werden, was die persönlichen Schwächen bzw. Verhaltensweisen sind, die man ändern möchte und was der Grund dafür ist. Anhand dieser Überlegungen kann man dann dazu übergehen, wie man dieses Verhalten am besten ändern kann. Man sollte sich aber auch darüber Gedanken machen, wieso man etwas ändern möchte. Dies sollte vor allem aus persönlichen Gründen, also aus Eigenantrieb geschehen und nicht, weil andere dies von einem verlangen. Ansonsten fehlt bereits von Anfang an der notwendige Wille zur Veränderung.

  • Schrittweise Änderung des Verhaltens

Man sollte das übliche Verhalten stückweise in kleinen Schritten modifizieren und nicht zu radikalen Veränderungen übergehen. Dies ist nämlich oft der Grund dafür, weshalb neue Pläne scheitern. Die Aufteilung in kleinere Schritte sorgt dafür, dass man immer wieder kleinere Ziele erreicht und somit öfter Erfolgsgefühle bekommen kann. Dies dient dann als Motivation, das Ganze auch weiter durchzuziehen.

Dabei kann es helfen, die neue Gewohnheit zu tracken. So kann man z.B. an jedem Tag, an dem man diese neue Gewohnheit umgesetzt bzw. angewendet hat, einen Haken in den Kalender oder die To-Do Liste setzen. Das Tracking dient dabei als Motivation, das Verhalten auch in Zukunft weiterhin umzusetzen, weil man sich vergegenwärtigt, dass man das bereits an manchen Tagen geschafft hat oder auch als Ansporn sieht, das am nächsten Tag besser zu machen. Natürlich gibt es in dieser, wie auch in den anderen Phasen, nicht jeden Tag einen Erfolg. Es ist ganz natürlich, dass man die neuen Gewohnheiten nicht sofort jeden Tag anwenden kann. Dabei ist es wichtig, dass man sich das in Erinnerung ruft und einen Tag, an dem es nicht so läuft, wie man es sich vorgenommen hat, nicht sofort als Grund zum Aufgeben ansieht.

  • Belohnungen und Pausen gönnen

Belohnungen für erfolgreiche Tage oder Wochen bestärken das neue Verhalten. So konditioniert man sich in gewisser Weise darauf, dass man die Belohnung immer dann bekommt, wenn man erfolgreich war. Allerdings sollte man die Belohnung nicht als einzigen Anreiz sehen, das Verhalten auch umzusetzen. Die Belohnung sollte schließlich nicht der einzige Antrieb hinter dem Aufbau der Selbstdisziplin sein.

Darüber hinaus sind Pausen als Erholung wichtig. So wie bei Diäten ein „Cheat-Day“ vielleicht ganz gut helfen kann, ist es auch wichtig beim Lernen dem Gehirn eine Pause zu gönnen und z.B. abends und sonntags sich komplett lernfrei zu halten.

  • Persönliche Standards nicht zu hoch ansetzen

Bei dem Plan, neue Gewohnheiten aufzubauen, setzen sich viele Menschen ihre persönlichen Standards – also die individuellen Mindestanforderungen, die man an sich selbst stellt im Bezug auf sein Verhalten oder Ziele – zu hoch und sind dann enttäuscht, wenn sie sich selbst nicht zufrieden stellen können.

Das bedeutet aber auch nicht, dass man seine Standards zu tief anlegen sollte. Es sollte herausfordernd, aber dennoch machbar sein, diese zu treffen. Hat man bereits einen gewissen Grad an Selbstdisziplin erreicht, kann es sogar gefährlich werden, seine persönlichen Standards zu hoch zu halten, weil man eventuell immer über seine Grenzen hinaus geht, was im schlimmsten Fall sogar eventuell zu Burn-Out führen kann.

  • Planung

Eine konkrete Planung hilft bei der Umsetzung von Gewohnheiten. Setzt man sich z.B. zum Ziel direkt nach dem Aufstehen Sport zu machen oder Karteikarten zu wiederholen, wird nach einer gewissen Dauer diese Uhrzeit in unserem Kopf automatisch mit der entsprechenden Handlung verknüpft. Dies hilft auch bei der Automatisierung des Verhaltens. Durch diese Routine muss man sich nicht immer wieder aufs Neue zu dem entsprechenden Verhalten motivieren.

Darüber hinaus ist es wichtig, sich die kleinen Zwischenziele mit Deadlines festzuhalten. Wenn ein konkretes Datum feststeht, bis zu dem man etwas erreicht haben will, ist die Wahrscheinlichkeit, dies aufzuschieben, geringer und man hat beim Erreichen eines Zwischenziels wieder ein Erfolgserlebnis.

  • Störfaktoren beseitigen

Um sich bei seinen Vorhaben nicht ablenken zu lassen, ist es wichtig, potenzielle Störfaktoren zu beseitigen, die der Selbstdisziplin entgegenwirken könnten. So kann es hilfreich sein, das Handy mal wegzusperren oder auszuschalten, um disziplinierter arbeiten zu können. Daneben kann es auch hilfreich sein, in der Bibliothek zu lernen, um gar keine Ablenkung aus der eigenen Wohnung zu haben und z.B. durch die anderen Personen ein schlechtes Gewissen zu bekommen, falls man doch mal zu lange aufs Smartphone schaut. 

  • Ziele visualisieren

Hinter dem ganzen Vorhaben steckt in der Regel natürlich ein großes Endziel, weshalb man die ganze Aktion angeht. Dies sollte man sich täglich visualisieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Manche erstellen sich dafür ein Vision Board, manche nehmen sich täglich ein paar Minuten Zeit und stellen sich dieses Ziel in Gedanken vor, z.B. während sie meditieren. Wie man sein Ziel visualisiert, ist jedem selbst überlassen. Man kann einfach verschiedene Methoden ausprobieren und schauen, welche am besten für einen funktioniert.

Fazit

Mehr Selbstdisziplin aufzubauen, kann zwar ein anstrengender Prozess und teils sogar ein Kampf gegen sich selbst sein. Allerdings wird man davon nicht nur im Studium, sondern auch später im Beruf und im Alltag davon profitieren. Egal, welche Ziele man erreichen möchte, die Disziplin führt einen schließlich zum Erfolg.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.