Der Corona-Ersti-Guide: Tipps für einen ungewöhnlichen Studienstart

Und bald geht es wieder los. Die Universitäten öffnen ihre Türen und tausende Erstsemester fluten die Universität – obwohl, nicht ganz. Denn dieses Jahr wird alles anders!

Der Studienstart des HWS 2020 wird ein ganz besonderer. Dank der aktuellen Situation durch das Coronavirus, muss der Studienablauf komplett umgekrempelt werden. Das bedeutet nicht nur, dass der Semesterstart an den Universitäten und Hochschulen größtenteils nach hinten verschoben wird. Nein, auch die Inhalte der ersten Wochen werden sich im Vergleich zu den letzten Semestern unterscheiden.

Schön und gut, die aktuellen Studenten hatten bereits im FFS 2020 mit den Problemen der Online-Lehre zu kämpfen.

Aber nun kommen auch die neuen Studis – die „Erstis“ – die einen Sprung in noch kältere Gewässer wagen müssen. Studieren 2020 könnte einen bitteren Beigeschmack von Planlosigkeit, Überforderung und Distanz haben. Das einzige, was dabei noch helfen kann sind ein paar Tipps der „Erstis der Vergangenheit“ an die „Erstis der Zukunft“, um auch in Zeiten wie diesen zielgerichtet durch den unbekannten Uni-Dschungel zu navigieren.

1. Der Vorlesungsstart

First things first: Zunächst sollte man den Semesterbeginn im Blick haben. Informiert euch darüber, wann euer Semester startet. Wichtig ist hierbei, die Landesbestimmungen als auch die individuellen Bestimmungen der Universität im Blick zu haben. Praktischerweise bieten viele Universitäten hier Newsletter und Informationen auf deren Websites an, die in regelmäßigen Abständen gecheckt werden sollten.

Ein weiteres Problem, das jedoch alle Studenten unabhängig von Corona, immer wieder verfolgt, ist die Wohnungssuche. Macht euch auch hier frühzeitig Gedanken, nehmt virtuelle Wohnungsbesichtigungen in Anspruch, macht euch aber auch bewusst, dass Corona eine unvorhersehbare Situation darstellt. Ein wachsames Ohr, ein offenes Auge und die allgemeine Situation im Hinterkopf werden euch schon zeigen, ob ein Umzug zum angedachten Zeitpunkt bereits sinnvoll ist.

2. Die (online) Einführungsveranstaltungen

Die klassischen Einführungsveranstaltungen in überfüllten Vorlesungssälen, Kneipenbummel und Ersti-Partys werden dieses Jahr schlichtweg nicht stattfinden. Die universitären Aspekte werden zwar in den virtuellen Raum verlegt, aber auch hier gilt es diese zu planen, sich im Vorhinein einen Überblick zu verschaffen und sich die Kurse und Professoren im Vorhinein zu notieren. In den ersten paar Wochen ist euer Werkzeug der Notizblock (alternativ auch alle virtuellen Notizmoglichkeiten). Gibt es Zoom-Räume? Dann sorgt dafür, dass ihr den notwendigen Kursen beitretet und zu den genannten Zeitpunkten eine stabile Internetverbindung habt. Ladet euch Skripte im Vorhinein herunter und schaut sie euch bereits durch. Ergeben sich dabei bereits Fragen, notiert diese. Im Allgemeinen: Einmal zu viel gefragt, ist besser, als einmal zu wenig. Es wird keine Seltenheit sein, dass Aspekte wie die Stundenplanzusammenstellung oder Prüfungsanmeldungen für viele eine anfängliche Hürde darstellen und hier dann nochmals nachzufragen kommt meist allen zugute.

3. Planen, organisieren und planen

Hierin liegt die Schlüsselqualifikation eines entspannten und allwissenden Studenten. So unvermittelt ihr auch in das Studium geworfen werdet, ihr lernt eine wichtige Verhaltensweise bereits zu Beginn: Eigenverantwortlichkeit. In der Regel wird keiner nachfragen, ob ihr alles verstanden habt, selten werden Informationen wiederholt – und dies nicht nur zu Beginn des Studiums. Studium ist immerhin nicht Schule. Also lasst euch nicht direkt zu Beginn abhängen und versucht informationstechnisch am Ball zu bleiben. Rockt ihr diese ersten Wochen, schafft ihr es durch den virtuellen Uni-Dschungel, dann wird der Rest sicherlich ein Klacks. Um bereits genanntes aufzugreifen: Wer nicht fragt bleibt dumm, aber wer nicht weiß, wonach er fragen muss, hat noch ein viel größeres Problem.

4. Ansprechpartner

Langsam, aber stetig nähern wir uns – regelkonform mit Maske und auf 1,5 m Abstand – den tatsächlichen Kontakten. Auf universitärer Ebene helfen euch zahlreiche Ansprechpartner dabei, euch in eurem ungewöhnlichen universitären Alltag zurechtzufinden: Professoren (diese vermutlich jedoch nur beschränkt), aber vor allem die allgemeine Verwaltung oder das Studiengangsmanagement werden ein offenes Ohr und eine helfende Hand für euch bereithalten. Kontaktdaten dieser sind in der Regel auf den Websites der Universität gut zu finden, und werden in den Veranstaltung mit Gewissheit zu Hauf angemerkt.

Habt ihr neben den klassischen administrativen Fragen das Bedürfnis nach Insider-Informationen oder genereller Unterstützung haltet euch an ältere Semester, beispielsweise über die jeweiligen Fachschaften oder über Uni-Scout- und Mentoringprogramme.

5. Freunde finden

Der wichtigste Punkt: (Richtige) soziale Kontakte. Das Studentenleben ist fast weniger durch den Uni Alltag geprägt, als durch die Menschen, mit denen ihr in Kontakt tretet. Und wenn man es selbst bereits erlebt hat, weiß man, die Freunde, die man im Studium findet, sind Freunde fürs Leben! Aber wie und wo knüpft man neue Kontakte, wenn man unter Kontaktbeschränkungen in ein neues Umfeld geworfen wird? Zunächst haltet euch an die einschlägigen Kanäle wie Facebook, WhatsApp und Co. Viele Fachschaften werden euch hier auch unter die Arme greifen, die notwendigen Kontakte zu sammeln und zu bündeln. Auch „unkonventionellere“ Plattformen wie Jodel oder Tinder sind ideal, um neue Menschen zu treffen. Fragt Einheimische (oder die Fachschaft), an welchen Orten sich oft Studenten aufhalten, verabredetet euch (vielleicht sogar blind) in angemessen großen Grüppchen zum ersten Kennenlernen in Parks oder an der Uni, verbringt außerhalb des Unialltags Zeit zusammen. Ihr könnt auch zunächst Skype- oder Zoom-Calls veranstalten, wenn ihr nicht völlig unvermittelt in ein Treffen gehen wollt – eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es spielen vor allem zwei Eigenschaften eine große Rolle: Mut und Aufgeschlossenheit. Alle suchen, alle wollen finden. Wenn ihr den ersten Schritt auf Menschen zugeht, werden die meisten umso glücklicher sein.

Im Endeffekt müsst ihr euch drei wichtige Punkte merken: Eigenverantwortlichkeit, Mut und Offenheit für alles, was kommt – dann wird euch das Semester auch nicht erschüttern. Sei es als Ersti, oder sogar als alt eingesessener Studi. Und wenn ihr auch so einen schwierigen Start meistert, wird euch danach (fast) alles nur halb so schwer vorkommen.

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